Die erste große Bewährungsprobe war der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648. Danach folgte der Pfälzische Erbfolgekrieg (1688 – 1697), der Spanische Erbfolgekrieg (1701 – 1714) mit Süddeutschland als einer der Hauptkriegsschauplätze.
Die Revolutionskriege nach 1789, die Revolution von 1848/49 und natürlich der Erste und Zweite Weltkrieg im vergangenen Jahrhundert sowie zwei Inflationen in den Jahren 1923 und bei der Währungsreform von 1948 waren für die VOS große Herausforderungen. Auch wollten die Nationalsozialisten die Stiftung in die NSV (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt) integrieren, was jedoch von den damaligen „Sechsern“ verhindert werden konnte.
In diesen schweren Zeiten trat die Stiftung als „allgemeiner Nothelfer“ auf, als sie beispielsweise während der Weltwirtschaftskrise von 1929/30 Brot an die Dürkheimer Bürger verteilte.
Während der Krisenzeiten war das Stiftungsvermögen häufig verringert oder zum Teil sogar völlig vernichtet worden. Neben dem klugen und damals fortschrittlichen Aufbau der Stiftung ist es vor allem dem Bürgersinn der Dürkheimer zu verdanken, dass die VOS immer wieder gerettet wurde. Egal ob nach Kriegen, Zerstörungen oder Geldentwertungen gab es immer wieder Bürger, die mit testamentarischen Verfügungen oder Spenden das Vermögen der Stiftung unterstützten und wieder aufbauten.
Manchmal trat das ein, was die „Sechser“ als den Idealfall betrachten:
Die Dauerhaftigkeit der VOS ist also nur durch das Zusammenkommen verschiedener Faktoren möglich gewesen: Eine überschaubare, klare und politisch unabhängige Selbstverwaltung, das lokale, eben nicht anonyme Umfeld einer Kleinstadt und die Ehrenamtlichkeit und Unabhängigkeit der Verwalter. Nur so war es Jahrhunderte lang möglich, „Personen von Ansehen und Ehrbarkeit zu gewinnen, Zeit und Mühe für einen gemeinnützigen Zweck zu opfern“.
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