Kaiser Maximilian I.
Martin Luther
Papst Leo X.

Zeitgenössische Persönlichkeiten und historische Ereignisse zur Zeit Valentin Ostertags

Während der Herrschaft Maximilians I. (1486), der das Geistesleben, also den Humanismus und die Künste stark förderte, gab es viele Reformen. Dazu gehörten die Einführung des Reichskammergerichts und die Errichtung von Reichskreisen. Dies ermöglichte eine effizientere Verwaltung der Hoheitsgebiete. In dieser obersten Instanz des Reiches war Valentin Ostertag tätig.
 
Weitere bedeutende Ereignisse waren 1492 die Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus und die beginnende Reformation. Die in der Bevölkerung vorhandene tiefe Religiosität stand im Gegensatz zur weltlich abgesunkenen katholischen Kirche.

Unter Papst Leo X. prunkvollen und übertriebenen Leben, war die katholische Kirche hoch verschuldet. 1506 begann der Papst mit dem Bau des Petersdoms., Dies führte zu noch mehr Schulden und zur Einführung des Ablasshandels. Mit dem Kauf von sogenannten Ablassbriefen konnte man seine Sünden abbezahlen und, nach Beteuerung der Kirche, die Zeit im Fegefeuer verkürzen.

Martin Luther hatte sich schon zu Lebzeiten Ostertags gegen den Ablasshandel ausgesprochen. Insofern konnten Ostertag die Ideen Luthers bekannt gewesen sein. Nach  Meinung Luthers war für die Errettung allein der Glaube notwendig (sola fide). Am 31. Oktober 1517 nagelte er mit lauten Hammerschlägen, die durch ganz Europa hallten, seine 95 Thesen an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg.

Damit brachte er die Reformation und das Zeitalter der Glaubenskriege ins Rollen. 1520 behauptete Luther, dass der Papst nicht der Stellvertreter Gottes auf Erden sei. Nach seiner Überzeugung hatte jeder Gläubige das Recht selbst seine Lehren aus der Bibel abzuleiten. 1521 begann er seine Übersetzung der Bibel aus dem Lateinischen in die deutsche Sprache.

Jean Calvin (1509 - 1564), Reformator der spätmittelalterlichen Kirche und Gründungsvater des reformierten Protestantismus, gilt als größter Schüler Martin Luthers, obwohl sie sich nie begegnet sind. Calvins Lehre von der Vorherbestimmung, der zu Folge am wirtschaftlichen Erfolg eines Menschen sein Ansehen bei Gott zu erkennen ist, hat dazu geführt, dass Calvin häufig auch als Vater des Kapitalismus bezeichnet wird und das protestantische Arbeitsethos daraus resultiert.

1519 gründete Franz von Thurn und Taxis die erste reguläre Post und erleichterte dadurch die Kommunikation.

Um 1500, der „Nürnberger Zeit“ Valentin Ostertags, betrug die Bevölkerungszahl in Deutschland 10 Millionen Menschen. Der Humanismus bewirkte einen Aufschwung in den Naturwissenschaften. Bereits 10% der Menschen konnten nun lesen und schreiben. Ende des 15. Jahrhunderts ist ganz Europa auf Wachstum ausgerichtet. Es entstanden neue Berufe, neue Technik, neue Märkte und auch ein neues Wissen.

Die Stiftungsgründung liegt in einer Zeit großen gesellschaftlichen Umbruchs, der Entstehung neuer Wertesysteme, neuer sozialer Verantwortung und einem ausgeprägten Fortschrittsdenken.